Liesl Bee

09.11.1906 - + 28.04.1995

 

Elisabeth Bee, geb. Laupheimer, wurde 1906 in Illerberg geboren, dort lebte sie bis zu ihrem Tod. Der Kontakt zu ihren Mitbürgern war ihr primäres Bedürfnis.

Aktivitäten: Theaterspielen, Kirchenchor…, eben die Dinge, die es damals auf dem Dorf nur für Frauen gab. Danach ging sie Milchproben-Nehmen, wobei diverse Gedichte aus dem landwirtschaftlichen Milieu entstanden, das heute ja leider stark eingeengt und „nemme so“ ist. Sie war Ehrenpoetin der „Matzenhofer Schwabengilde“, der sie praktisch seit Gründung angehörte.

Bibliographie

Auszug aus ihrem Schaffen

S’Moorbad

Weil dr Mattl s’Kreuzwea hat,

Schickt ma dean jetzt mol ins Bad.

Ond des au noch in eine Stadt,

Wo ma für alles schöne Nama hat:

„Moorbad“ heißat ses, wia toll!

Nemmat s‘Maul großmächtig voll.

Aber eis ka ma nix vormacha – dös hat koin Zweck –

Mir kennat dös Zuig:

S‘ isch ganz gewöhnlicher Wasadreck!

Drvo‘ macht ma an dicka Brei

Ond setzt da Kerle nau dau nei.

Bis an Keaza tuat man vermuaßa,

Bloß d’Visasch bleibt frei, bleibt hussa.

S’Bada macht ihm Wohlbehaga,

Doch plötzlich spürt er ebbes unter’m Maga!

Er denkt: S’hört ja neaman, s’wird scho gau,

Was ma nicht heba ka, dös soll ma fahra lau.

Dös gutterat nau und pluttat in deam Muaß

ond ka it naus -

Ond nau wird a ganz groaßa Blautter draus!

Dr Mattl hat nix bessers grad zu Tua,

So guckat er dean Wasaspiel halt zua.

Auf oimaul WUMMS – hat’s dau, nau hat’s zischt

Ond verspritzt deam Mannsbild s’ganze Gesicht!

Also weaga de Spritzer wears na no net g‘fehlt,

Aber hinta drei der „Duft der großen, weiten Welt“.

Der Pfleger sait: „Mei lieber Ma,

Jetzt saget se se blos, wia ma so was fertig brenga ka?“

Der Mattl moint: „Ja, wissat se, i bi Musikant,

Dau hau i allaweil a wenig Reserveluft beinand.

Ond kann i dia durch s’Heppa maul nicht verbraucha,

muaß se mir halt so verraucha.“

I sag ui ebbes – död braucht sonscht neamand wissa:

Es hat mir scho hie ond da Boda mit,

-aber s’Gsicht – hau i mir no nia verschissa!