Anni Degant

20.November 1912 - + 23. Juli 1999, geb. Mareis

 

Sie war Trägerin des Bundesverdienstordens. Einige Jahre nach der Gründung der Matzenhofer Schwabengilde schloss sie sich ihr an und wurde später 2. Gildemeisterin; zu Veranstaltungen trug sie oft schwäbische Tracht, die sie selbst fertigte und in Kursen vielfach weitergab. Ihre „Zwetschgamännla“ und besonders ihre „Zwetschgaweibla“ waren legendär. Nicht selten verpasste sie ihnen eine schwäbische Tracht.

1986 veröffentlichte sie im Selbstverlag „Lach a bissale“ mit „Schwäbischen Gedichten und Geschichten aus und um Weißenhorn“ in Zusammenarbeit mit dem Anton H. Konrad Verlag. Eigene Gedichte sind ebenso zu finden, wie Anekdoten, Spruchweisheiten und Brauch, ein literarisches Kleinod für Weißenhorn.

In den späteren 50-er Jahren konnte man Anni Degant auch im Bayerischen Rundfunk hören: Sie sprach die Rolle der „Frau Herodes“ in Sebastian Sailers „Die Schwäbischen Heiligen Drei Könige“.

Bibliographie

Auszug aus ihrem Schaffen

D’Urschwäbin

I bi a Urschwäbin, dau ka ma nix macha,

des kennt ma bei mir ja scho am Lacha.

I müßt ja grad mein Schnabel wetza,

könnt i it mei liebs Schwäbisch schwätza.

I bi doch natürlich, i bi doch koi Pfau,

so leb i schwäbisch, und so stirb i au.

Müßt i perfekt hochdeutsch sprecha,

tät i ganz g’wiß mei Zong a’brecha.

Dia wär spitzig ond tät anstoaßa,

i g’hör doch it zu de domme Loasa.

Und war a Verständigung schlecht vorhanda

In fremder Welt, hat ma schwäbisch verstanda.

War’s Englisch zu wenig, s’Italienisch au

schwäbisch hand se kapiert genau.

Drom red i mei mei Schwäbisch auf dr ganza Welt,

wenn’s oine it verstandat oder it g’fällt,

des ischt mir wurst, was dia von mir denkat,

i moi ja au, daß dia nach Dummheit stinkat.

Drom schwätz i mei Schwäbisch,

wia’s ischt dr Brauch

ond schäm mi it an dr Muttersprauch.