Elisabeth Flott

Elisabeth Flott, Günzburg, geb. 10.1.1950, gelernte Damenschneiderin, 1968 Ehe mit dem Günzburger Fernsehjournalisten Werner Flott, 1 Sohn, 2 Töchter und 5 Enkelkinder.

Schon früh schrieb sie schwäbische Mundartgedichte, die sie jedoch nie veröffentlichte. Erst im Laufe der Jahre verstärkte sich ihr Drang zum Schreiben. Sie erntete damit in Ihrer Umgebung große Anerkennung, besonders auch seit ihrer Mitgliedschaft beim Günzburger Autorenverein. In deren „Anthologie 2011“ ist die schwäbische Mundartdichterin mit mehreren Beiträgen vertreten, ebenso in „Gedichte aus dem Ulmer Winkel“. Außerdem hat sie 2014 eine Kinderfriedenshymne „Kinder marschiert für den Frieden“ verfasst, die von Eckart Hehrer (Soft Pop Singers) komponiert, vom Günzburger Gospelchor gesungen und vom Ehemann Werner Flott  als Audio - CD produziert wurde.

2017 brachte sie ein schwäbisches Gedichtbändchen „Schwäbische G‘schichtla und Gedichtla“ heraus, das auch mit großem Erfolg vermarktet werden konnte.

Auszug aus ihrem Schaffen

Dr alt Mah ond dr Doad.

 

Dr Kolba war bis oba na voll.

Des geit heier an guata Likör.

En 2 Monat isch Weihnächda,

desch grad recht, wenn a Bsuach kommt.

Dem muaß ma ebbes Gscheits nastella!

Bei ma saura Moscht hant se emmr d’Gosch vrzoga.

Ah kloins Gläsle hat r probiert:

„Guat isch er“, abr der wed n o bessr“.

„Jetz heuz i mein Kachlofa,

 nau wed no Zeitong gleeasa

ond dr nauch isch nau scho Zeit zom Schlaufa“.

De hentr Hausdür hat klepprat,

„i hau se doch zuagsperrt ghett“.

Dr Ofa wärmt dia kleune Stub.

Dür gaht auf ond a kaltr Wed kommt mit nei.

An dr Gurgl packt’n Ebbes.

„Weg dau, was willsch?, ah Geld?“ –

„Noi noi, koi Geld, di will e holla.

„Jetz läsch me los ond gibsch a rua“

Eiskalt bisch ond gar et schea. Hock an Ofa na

Und nau hersch mir zua.

 Warom willsch du mi holla, mir fehlt doch nix?“

„Jaah weil du auf meim Lieferschei stasch

ond des hoißt, ich muaß di mitnemma“.

„So so, dia Sach isch no et ausgschwätzt.

Ich muaß mein Likör fettigmacha,

dean brauch i an Weihnächda,

dau kommt  dr Bürgermeuschdr, dr Pfarr

ond ama jeda muaß i ebbes Gscheits zom Saufa nastella.

So, ond drmit du weusch, was ich meu,

kriagsch an Scluck zum Probiera.

Nau klappresch au nemme so mit deim Gebiss,

des wärmt de von enna.

Dau, - probier, abr heb me et, lau me los.

Gell dau weds warm von enna naus,

so ebbes Guats geits dau, w du herkommsch et

Und dau soll i mit dr mitgau!

Ond wenn i di so ahguck und denk mr

Dau seahnt alle so aus wia du,

nau gang i scho zwoi maul et mit!

Weusch, dau hättat se schon ebbes scheaners schicke müassta,

ebbes, wo so aussieht, wia ma se als kleuner Bua s Chrischkendle vorstellt.

Vielleicht dät e mrs nau übrlega,

abr blos vielleicht. Proscht! Gell der isch guat.

Jetzt läsch me ahmaul dein Lieferschei sea.“

D greislichel Doad langt en sei Kittldäsch nei

ond ziaht a Buch naus.

„Dau guck her, dau stat dei Nama doba“

„Laß seha, abr dau stat erscht s nägscht Jaur dra.

Kasch du et leasa, du dommr Siach!

Jetzt gucksch, dass d weiterkommsch

Ond komm ja nemma frühr, als doba statt.

Trau de ja et!“

Dr alte Mah schreckt am Kuchedisch auf.

Dr Lokör isch guat ond müad macht er au.

Ond so an Mischt hau i träumt.

Jetz gang e abr en mei Bett.