Artur Jall

1 Copy of Artur Jall aus AZ

 

Ehrenpoet Artur Jall

Artur Jall war sowohl in seinem Wohnort Babenhausen, als auch bei der Matzenhofer Schwabengilde für seine „Versle“ und den darin ausgedrückten schwäbischen Humor sehr geschätzt. Am 15. Oktober 1994 wurde er zum Ehrenpoeten ernannt. Die Gilde dankte ihm mit einer Ehrenurkunde für sein langjähriges Wirken.

Am 24. März 1921 in Kempten geboren und dort groß geworden, musste Artur Jall nach dem Abitur in den Krieg, es verschlug ihn nach Russland. Nach seiner Rückkehr besuchte er die Landwirtschaftsschule in Babenhausen, fand beim Amt eine Anstellung und später als Geschäftsführer eines landwirtschaftlichen Trocknungswerks. Mit seiner Familie wohnte er im Waldhäusle am unteren Allmannshorn. Doch er war auch Dorfwirt im Gasthof Kreuz in Dietershofen und wechselte als 50-Jähriger in die Jugendgerichtshilfe in Illertissen, wo er bis zur Pensionierung blieb. Als Heimatdichter ist Jall in Babenhausen - das ihm 1987 die Bürgermedaille verlieh - und der Region noch vielfach in Erinnerung. Poetenkollege Siegfried Schwab aus Jedesheim sagte anlässlich Jalls zehntem Todesjahr 2013: "Er war ein einzigartiges, urwüchsiges Talent, das in allen Bereichen konsequent seine Meinung vertrat, er sollte uns allen Anreiz sein, die schwäbische Mundart zu fördern." Jall lasse seine Gedichte so dahinplätschern, bis sich am Schluss ganz überraschend die große Pointe einstelle. Artur Jall verstarb am 27. Mai 2003.

Drei seiner vielen Gedichte

Zur Goldenen Hochzeit

Fuchzg Joahr g’hauset mitanand,

fuchzg Joahr ganga, Hand in Hand,

g’lachet, g’heinet, g’liebt und g’lebt,

gschaffet, g’sorget, g’spart und g’strebt,

mög‘ no recht lang bei Ui Zwei

GOTT mit seiner Gnade sei!

 

Album-Spruch

Kasch denka, bis dr Schädel raucht,

oft ischt it viel in große Täscha,

und wer fascht nix meh z’kämmet braucht,

der haot drfür meh Gsicht zum Wäscha.

So isch es halt, ma mueß no lacha;

dao kasch jetzt sell an Reim drauf macha.

 

Guate Wünsch

Guate Wünsch, dös sind guate Gedanka.

Dia kennet koi Hindernis und koine Schranka,

doch machet se schließle erscht dann a Freud,

wenn ma s’oim hie und da amaol sait.

Doch bsonders freundlich wirkt, - wia d’weischt, -

Wenn Du dia Wünsch auf Schwäbisch saischt.